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Juni 2019

Laußigs Kirchenorgel soll in neuem Glanz erstrahlen
Sie ist zweifelsohne in die Jahre gekommen – die Kirchenorgel in Laußig. Bespielbar ist sie schon lange nicht mehr, aber auch der optische Eindruck ist nicht der Beste. Artur Cachey (71) will das ändern, wie er schon so viel in den vergangenen Jahren als Kirchenmann angepackt hat.

laussig 090619aLaußig. Es ist ein verregneter Nachmittag, als Artur Cachey mit einem Eimer über den Friedhof in Laußig läuft und Rasensamen breit streut. „Der wächst jetzt gut an“, sagt der 71-Jährige, der sich seit vielen Jahren ehrenamtlich um Friedhof und Kirche kümmert.

Garten der Erinnerung
Viel ist in den vergangenen zehn Jahren durch sein Dazutun rings um das Gotteshaus entstanden. Ein Unterstand für die Wasserpumpe wurde gebaut, Leitungen waren erneuert worden. Am Eingang zur Kirche wurde die Fläche gepflastert, eine neue Friedhofsmauer gebaut, Sitzbänke aufgestellt und ein Abschnitt für einen Garten geschaffen, in dem Stelen an die Toten erinnern. Ein Memoriam-Garten ist das, ein Ort der Ruhe und Erinnerung.

Stelen mit Namen
Die Urnengrabanlage ist pflegeleicht. Immer mehr Menschen entscheiden sich für diese Form der Bestattung. Deshalb hatte sich der Gemeindekirchenrat schon vor längerer Zeit entschieden, den Memoriam-Garten anzulegen. Dieser ist nicht gleichzusetzen mit der bekannten „Grünen Wiese“, die es außerdem auf dem Friedhof gibt. Markante Stelen sind der Unterschied, davor auf Wunsch kleine Blumenflächen. Und jeder Verstorbene wird bei seinem Namen genannt.

laussig 090619bNeue Urnengrabanlagen
Seit neuestem gibt es eine weitere Form einer Urnengrabanlage, die als Rondell gestaltet ist. In der Mitte wachsen Blumen und ein Baum. Die einzelnen Grabstellen sind umgeben von kleinen Buchsbäumen. In der einen Anlage, die vor drei Jahren entstand, fanden bereits zwölf Menschen ihre letzte Ruhe, in der zweiten – neu ab diesem Jahr – sind zwei Urnengräber bereits belegt. Alles sieht gepflegt aus. Das ist Artur Cachey wichtig. Die Pflege übernimmt die Kirchgemeinde. Denn vielfach können es die Hinterbliebenen nicht. Entweder weil sie selber zu alt sind oder nicht mehr in der Gemeinde leben.

Friedhofsunterhaltungsgebühr steigt
Wie Artur Cachey sagte, muss die Kirchgemeinde nunmehr auch die Friedhofsunterhaltungsgebühr von fünf auf zehn Euro anheben. Eine Satzungsänderung ist geplant. Immerhin gebe es 200 Gräber auf dem Friedhof, 80 davon seien pflegefrei. „Mit der jetzigen Gebühr ist das auf Dauer nicht mehr zu stemmen“, weiß er.

Pläne für Orgel und Taufstein
Pläne hat der agile Senior auch für den Innenbereich der Kirche. „Die ganze Orgel ist kaputt und schon lange nicht mehr bespielbar“, bedauert er. Doch zunächst soll die Königin der Instrumente von außen restauriert werden. Allein dies würde rund 8000 Euro kosten. „Die Orgel soll wieder optisch einen wunderbaren Anblick bekommen.“ Die Komplettsanierung würde mit 35 000 Euro zu Buche schlagen, was aber absolute Zukunftsmusik ist. Zudem müsste der Taufstein erneuert werden. Auch da müssen die Profis ran.
Artur Cachey hofft, dass die Spendenbreitschaft der Laußiger und vieler Unternehmen, die sich seither für Kirche und Friedhof engagiert haben, weiter anhält. Denn einzig dadurch konnte in den vergangenen Jahren vieles auf Vordermann gebracht werden, wofür der Kirchenälteste besonders dankbar ist.
Quelle: LVZ | 09.06.2019 | Nico Fliegner


 

Februar 2019

Wöllnauer Kirche bekommt neues Dach
Winfried Hauck ist optimistisch. Die Wöllnauer Kirche bekommt ein gewöhnliches Dach mit einer etwas ungewöhnlichen Geschichte dahinter.

woellnau 190219aWöllnau. Es sieht gut aus für das Wöllnauer Kirchendach. Winfried Hauck, der sich als Katholik für die evangelische Kirche im Ort seit Jahren engagiert, meint jedenfalls optimistisch: „Wir kriegen das hin.“ Die Vorbereitungen für das rund 80 000 Euro teure Leader-Projekt, zu dem auch zwei Fledermausgauben sowie ein gepflasterter und damit barrierefreie Zugang zur Kirche gehören, befinden sich auf der Zielgeraden.

woellnau 190219b2000 Euro fehlen noch
Das gilt auch für das Spendenkonto. „20 000 Euro werden benötigt. Rund 18 000 Euro haben wir zusammen“, ist Winfried Hauck, der sich nicht nur bei den Wöllnauern und der Gemeinde, sondern vor allem bei Profiroll Bad Düben bedanken möchte, auch ein wenig stolz. „Die fehlenden 2000 Euro“, so gibt er sich überzeugt, „schaffen wir nun auch noch.“
Die Ausschreibungen sind jedenfalls raus. In den nächsten Tagen erwartet er gemeinsam mit dem Planungsbüro die Angebote. Möglichst noch in diesem Jahr soll gebaut werden.

Eule und Falke gesichtet
Parallel dazu sucht Winfried Hauck Expertenrat, wie nicht nur die Kirche, sondern möglichst die derzeit des Öfteren gesichteten Eulen und Falken ein Dach über den Kopf bekommen können. „Wenn wir das schaffen, würde mich das sehr freuen“, sinniert er.

Die Schuld der Kirchturmuhr
Dass das Projekt überhaupt in Angriff genommen werden kann und auf die Leader-Liste kam, daran ist streng genommen die Kirchenuhr schuld. Denn diese Uhr, die am Wöllnauer Kirchturm seit 1870 zeigt, was die Stunde schlägt, hatte es Winfried Hauck sofort angetan, als er 1981 von Leipzig-Mitte nach Wöllnau zog. Der Katholik gibt zu, dass er sich vor allem wegen ihr seit Jahrzehnten für die evangelische Kirche im Dorf engagiert und letztendlich damit auch die Leader-Förderung auf den Weg gebracht hat.

Sanierung im Rahmen der Möglichkeiten
Die Kirche war zu DDR-Zeiten im Rahmen der Möglichkeiten getreu dem Motto „wenn Farbe da war, kam sie eben dran“, erhalten worden. Mit der Wende taten sich neue Möglichkeiten auf. „Wöllnau hat sie genutzt“, kann Winfried Hauck mit Fug und Recht behaupten. Denn die rund 100 000 Euro, die bisher für die Kirche seit der Wende ausgegeben wurden, veredelten die Wöllnauer mit vielen Eigenleistungen. Und nur so konnten seitdem Kirchturm und Glockenstuhl, ein Riss in der älteren Glocke repariert, die Elektrik, Außenputz und Fenster erneuert werden.
Quelle: LVZ | 19.02.2019 | Ilka Fischer


 

Januar 2019

Battauner Orgel soll wieder erklingen
Noch kommt die Orgelmusik aus dem Lautsprecher. Doch bald soll das Instrument der Battauner Kirche wieder in vollem Klang ertönen.

battaune240119aBattaune. Aus dem Orgelgehäusekommen die Orgeltöne zwar – doch der Klang trügt. Denn versteckt im großen Kasten geben Lautsprecher wieder, was der CD-Player von sich gibt. Das Ganze versprüht schon einen bizarren Charme – Joachim Beil, Battauner und Tiefbauingenieur in Rente, aber möchte, dass dieses Provisorium möglichst bald der Vergangenheit angehört. „Ich bin jetzt 80 Jahre alt und ich habe der Pfarrerin spaßeshalber gesagt, ich kümmer mich um die Reparatur der Orgel und sie organisiert für meine Trauerfeiereinen Organisten“, schmunzelt Joachim Beil.

Orgel ist „außerordentlich wertvoll"
Das mit dem Kümmern meint er aber ganz ernst. Schließlich habe ihm ein Orgel-Experte aus Dresden versichert, dass es sich bei der Orgel um ein außerordentlich wertvolles Instrument handelt. Die Besonderheit dieses 1858 vom Eilenburger Orgelbauer Nicolaus Schrickelgeschaffenen Instrumentes: Der Spieltisch, der seit Jahren in Folie verpackt auf dem Boden steht, steht so, dass der Organist den Kirchenraum im Blickfeld und das Instrument in seinem Rücken hat.

battaune240119bNamen in die Rückwand geritzt
Joachim Beil selbst verbindet mit der Orgel viele Erinnerungen an seine Kinder- und Jugendzeit. Damals war die Kirche noch streng geteilt, auf der einen Seite saßen die Jungs, auf der anderen die Mädchen, entsprechend führten auch zwei Treppen auf die Empore. „Als Konfirmanden mussten wir mit dem Blasebalg Wind machen, damit die Orgel spielen konnte.“ Und weil da auch immer mal viel Zeit war, wurde diese kreativ genutzt. Wie, das zeigt sich auch jetzt noch, Jahrzehnte später, an der Holzwand des Gehäuses. „Da haben wir Jungs aus Langeweile unsere Namen reingeritzt“, zeigt Joachim Beil auf sein J. Beil. Was da einmal steht, bleibt. Sagt der Denkmalschutz. So werden also auch diese Inschriften mit in die Historie eingehen. Noch ist nicht genau bekannt, was die Restaurierung kostet. Ohne Spenden und Fördermittel aber wird es nicht gehen.

battaune240119cSpenden werden gebraucht
Joachim Beil hofft, dass auch wieder viele Einwohner mithelfen. Dass die Battauner für ihr Gotteshaus gern in die eigene Tasche greifen, hat das Beispiel neuer Zaun gezeigt. Der alte war marode, das Mauerwerk eingefallen. Als der Gemeindekirchenrat im letzten Frühjahr zu Spenden aufrief, füllten sich die Spendenbüchsen schnell. Rund 7500 Euro kamen zusammen. Der örtliche Maurer Frank Reiche übernahm Maurer-Arbeiten kostenlos, den Aufbau des Holzzaunes realisierte dann eine Firma.
Quelle: LVZ | 24.01.19 | Kathrin Kabelitz