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3. So. nach Trinitatis – „Sonntag der offenen Arme“

Wochenspruch: „Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“ (Lk 19,10)

Liebe Leserinnen und Leser,

Mathe war nie mein Lieblingsfach. Wie ich gelesen habe, geht es wohl einem Drittel der Schülerinnen und Schüler genauso. Dabei liefern Berechnungen, Gleichungen oder Formeln eindeutige Antworten: 4+3=7 oder √9 = 3. Die Ergebnisse sind emotionslos, klar, sie sind entweder richtig oder falsch. Diese Welt, die sich mir nicht so recht erschlossen hat, kann doch erstaunlich klar sein: Man ringt nicht um die richtige Lösung oder diskutiert sie aus. Auf mehr oder weniger direktem Weg kommt man zur Lösung.

In Formeln und Zahlen könnte man auch das eine oder andere Bild, von dem Jesus in der Bibel erzählt, übersetzen: 100 Schafe – 1 Schaf = 99 Schafe. Oder 10 Geldstücke – 1 Geldstück = 9 Geldstücke. Klingt plausibel und nach keinem großen Verlust. 99 Schafe und 9 Geldstücke sind ja noch ausreichend und bedeutend mehr als die Hälfte. Also: kein Grund zu Sorge. Wenn es deutlich zu wenig sind, dann – ja, dann muss gehandelt werden. Rein rechnerisch aber gibt es keinen Grund zu handeln.

Und doch handelt Gott. Er sorgt sich. In den Bildern, die Jesus uns vor Augen malt, rechnet Gott nicht nach oder wägt den Nutzen ab, sondern macht sich auf die Suche. Das Eine von vielen ist so wichtig, dass er sich auf den Weg macht. Es ist nicht rational überlegt, sondern eine Bewegung der Liebe. Gott wendet keine logische Formel an. Gott setzt sich in Bewegung um des Menschen willen. Die Sehnsucht, Verlorenes oder auf der Strecke gebliebene Menschen zu finden, treibt seinen suchenden Blick voran. Gottes liebende Suche und suchende Liebe ist nicht das Ergebnis einer langen Abwägung, sondern hat ihren Ursprung im Vermissten. Ich werde also gesucht, wenn ich mich verirre. Das berührt und erleichtert mich – und lässt mich singen: „Ich lobe mei- nen Gott, der aus der Tiefe mich holt, damit ich lebe. Hallelujah!“

Was in der Rechnung nicht viel ausmacht, macht doch bei Gott Eines nötig: eine herzliche Wieder-Holung in seine offenen Arme.

Sommerliche Grüße von Ihrer Pfarrerin Teresa Förtsch.