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Christus spricht: „Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.“ – Johannes 14, 27

Liebe Leserinnen und Leser!

pfingsten2020Der oben stehende Satz ist der letzte Vers des Abschnitts, den wir zum Pfingstfest als Evangeliumslesung hören (Joh. 14,15-27). Pfingsten ist wohl das Fest, das am schlechtesten wegkommt. Und das nicht nur in diesen unsicheren Tagen, an denen wir nicht langfristig planen können für uns im Privatleben und in unserem Gemeindeleben. Es geht zu Pfingsten um den Heiligen Geist und mit ihm sind keine Geschäfte zu machen. Viele können damit nichts anfangen. Doch wohl darum, weil Gott da mit den Menschen etwas anfängt! Jesus beschreibt, was da anfängt: „Der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe“ (Joh. 14,26). In einer Zeit, die von allen guten Geistern verlassen zu sein scheint, in der Menschen nach Orientierung und Sinn fragen (übrigens wie die Jünger, nachdem Jesus sie allein gelassen hatte!), können Christen in der Lehre Jesu bleiben, Lernende und Anfänger sein. Der Heilige Geist befreit von Überheblichkeit und von Überforderung! Und er erinnert uns immer wieder. Erinnerungen an Worte Jesu, in denen Leben steckt, sind wichtig. Wir können uns da gegenseitig helfen. „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein“ (Joh. 8,7) – ein Wort für alle Arten von Streit, damit Frieden entsteht, damit es nicht Überlegene und Unterlegene gibt. Und damit wir menschlich miteinander umgehen, hören wir: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan“ (Matth. 25,40). Zwei Beispiele sind das, Erinnerung nicht an vorgestern, sondern an das, was vor uns liegt, wenn wir wirklich lebendig leben wollen! Solche Worte wirken, wenn wir uns daran halten. Und Gottes Geist besteht ja auch nicht aus Worten, sondern aus Wirkungen. Die Kirche hat nicht damit angefangen, dass Menschen große Dome oder kleine Dorfkirchen bauten, sondern dass sie sich beschenken ließen. „Meinen Frieden gebe ich euch“, das haben die mutlosen Jünger, die unterdrückten Sklaven, die verachteten Armen erfahren. Und sie sind aufeinander zugegangen, haben das Leben miteinander geteilt. Nicht so, als ob damit alles befriedigend und jeder befriedigt gewesen wäre.

Wer den Frieden Jesu erfahren will, wird genauso Furcht und Erschrecken kennenlernen wie andere, wenn Sorgen, Nöte oder auch ein kleines Virus das eigene Leben, den eigenen Alltag durcheinander bringen. Aber nicht so, als sei er oder sie verlassen und allein damit. „Mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen“ (Joh. 14,23). Gott findet seinen Platz seit der Herbergssuche von Bethlehem. Ob wir ihn dort finden, im Wort Jesu, in seiner Art zu leben, in seinem Geist?

Ich wünsche es uns allen von ganzem Herzen!

Es grüßt Sie Ihre Pfarrerin E. Richter