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„Dies ist der Tag, den der Herr macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein…. Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet. Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!“ (aus: Psalm 118)

Liebe Leserinnen und Leser!

pfingsten19„Dies ist der Tag, den der Herr macht!“ Zu Pfingsten wie zu Ostern werden nach dem Evangelischen Gottesdienstbuch fast die gleichen Verse aus Psalm 118 im Gottesdienst gebetet. Das soll deutlich machen, dass dieses manchmal so schwer verstehbare und erklärbare Pfingstfest nur eine besondere Entfaltung des Osterglaubens darstellt. Was mit Jesus seinen Anfang nahm, konnte am Karfreitag nicht aus der Welt geschafft werden. Ostern versucht das mit Geschichten und Liedern anschaulich zu machen. Auch Pfingsten will es zeigen. In Gemeinde und Kirche lässt sich seine Wirksamkeit erkennen. Lässt sie sich erkennen? In dieser manchmal so schwachen und menschelnden Kirche?

Gerade hier könnten ganz unerwartet und auf beeindruckende Weise die alten Traditionen der Gemeinde weiterhelfen. Wie die Sitte des Betens eines Psalms ihre Wirkung entfalten kann, wie Lesungen und Lieder darauf hinweisen, wie örtliche Bräuche es sichtbar machen, so werden Hilfen gegeben, die Aussagen des Glaubens in die heutige Zeit weiterzutragen. „Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!“ Martin Luther hat das in seiner manchmal großartigen Weise für seine Zeit übertragen. Eigentlich spricht der Text nur von einem Festreigen, bei dem vielleicht geschmückte Bänder oder Seile an den Altar gebunden wurden. Die „Hörner“ deuten womöglich auf die Gestalt alttestamentlicher Altäre hin, die mit ausgeprägten Ecken versehen waren- Zufluchtsstätte für Menschen in der Not.

Martin Luther hat in seiner Übersetzung des Psalms mit den „Maien“ das frische Grün eingefügt, das sich in der Tradition in vielen Gemeinden bis heute erhalten hat: Die Kirche wird mit Birken geschmückt. In manchen Orten werden vor die Häuser immer noch Birken oder ihre Zweige gestellt. Zeichen einer christlichen Gemeinde, die lebt und ihre Traditionen fortführt. Da heißt es von einer solchen Gemeinde: „Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werke verkündigen.“ (Psalm 118, 17)

ch wünsche Ihnen ein gesegnetes Pfingstfest und eine gute Zeit in den Sommer hinein!

Ihre Pfarrerin E. Richter